Rifle Details: Assault Rifle 57

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Rifle Details (Top):

Rifle Name:Assault Rifle 57
Calibre:7.5x55 GP11
First Issued:1957
Number of Pieces:740000
Overall Length:1105 mm
Weight (unloaded):5700 g
Weight (loaded):6600 g
Barrel Length:520 mm
Line of Sight:635 mm
Rifling:270 mm
Rifling Dir.:R
Grooves:4
Magazine Capacity:24 Rounds
Permission required:Ger: Waffenerwerbschein (für die abgeänderte Version) oder Ausnahmebewilligung (für die vollautomatische Version)
Assault Rifle 57 Assault Rifle 57
 
Description:
Text only available in German:
Das Assault Rifle 57, kurz Stgw 57, war von der Einführung im Jahre 1957 bis zur Ablösung durch das Assault Rifle 90 in den 90iger Jahren die Standard-Soldaten-Waffe der Schweizer Armee. Es löste Ende der 50er Jahre den Modell 1931 Carbine, das leichte Maschinengewehr (Leichtes Maschinengewehr 25) sowie einen Grossteil der Maschinenpistolen (Sub machine gun 41/44 und Maschinenpistole 43/44) ab.
Das Stgw 57 ist eine verhältnismässig lange (ca. 110cm) und schwere (ca. 6kg) Waffe im Kaliber 7.5 x 55 (Gewehr Patrone 11 (7.5mm GP11)) und ermöglicht das Schiessen von Einzel- und Seriefeuer.
 
Das Assault Rifle 57 ist ein Rückstosslader mit verzögertem Masseverschluss. Der Verschluss ist zweiteilig, der Rücklauf des Verschluss wird durch zwei sich in entsprechenden Lagern verankernden, einklappbaren Rollen gebremst. Im Patronenlager sind Entlastungsrillen eingefräst, welche Hülsenreisser vermeiden sollen; die ausgeworfenen Hülsen weisen dadurch die für das Assault Rifle 57 charakteristischen Längsschmauchspuren auf.
Fest in den Lauf integriert ist der Abschussbecher für Gewehrgranaten.
Die Armeeversion des Assault Rifle 57 schiesst Einzelfeuer (Sicherungshebel auf Stellung "E") und Dauerfeuer (Sicherungshebel auf Stellung "M" = mitraillieren).
Zur sicheren Handhabung in Schiessständen kann durch eine Seriefeuersperre der Sicherungshebel auf die Positionen "S" (Sichern) und "E" (Einzelfeuer) beschränkt werden. Die Seriefeuersperre (umgangssprachlich "Plättchen" genannt) ist mit der weissen Seite gegen aussen eingesetzt. Ist die schwarze Seite der Seriefeuersperre nach aussen eingesetzt, so stehen alle drei Positionen ("S", "E" und "M") zur Verfügung.
Privatisierte Sturmgewehre, also Waffen, die nach Ende der Dienstzeit ins Eigentum des Wehrmanns übergehen, werden so abgeändert, dass nur noch Einzelfeuer geschossen werden kann. Die Abänderung besteht darin, dass die für das Schiessen von Seriefeuer notwendigen Teile der Abzugsgruppe entfernt werden und am Verschluss die Steuerkurve für das Auslösen abgefräst wird. Mehr dazu siehe Bilder unten.
Neben der Armeeversion wurde für Schützen eine Privatversion hergestellt (Stgw PE 57), welche nur für Einzelfeuer eingerichtet ist.
 
Das Assault Rifle 57 verfügt über eine verschiebbare Zweibeinstütze, welche als Mittel- und als Vorderstütze eingesetzt werden kann. Im militärischen Einsatz wurde ab der Mittelstütze Einzelfeuer abgegeben, zum Schiessen von Seriefeuer wurde die Stütze nach vorne geschoben und als Vorderstütze eingesetzt, was der Waffe einen besseren Halt gibt.
Allgemein ist zu bemerken, dass das Assault Rifle 57 durch sein hohes Gewicht beim raschen Einzelfeuer und beim Seriefeuer sehr gut kontrollierbar ist.
Die Kadenz beim Seriefeuer beträgt ca. 450 bis 650 Schuss pro Minute.
 
Die Einsatzdistanz bzw. die Wirksamkeit ist bis ca. 600m gegeben. Gezielt wird über einen verstellbaren, aufklappbaren Diopter und ein aufklappbares Korn. Für das Schiessen in der Nacht kann ein Nachtvisier aufgesteckt werden, welches ein grobes Zielen ermöglichen sollte.
 
Mit dem Assault Rifle 57 konnten Gewehrgranaten verschossen werden (z.B. Übungsgranate 58), welche direkt auf den Lauf gesteckt und mittels einer Treibpatrone gezündet wurden. Die Treibpatronen wurden durch ein eigens dafür hergestelltes Magazin (siehe Bilder unten) zugeführt, welches nur das Laden der etwas kürzeren Treibpatronen zuliess. Das Magazin verhinderte mechanisch, dass das Sturmgewehr selbständig nachlud; das Nachladen war nur von Hand unter gleichzeitigem Drücken eines Knopfes am Magazinboden möglich.
Gewehrgranaten konnten im Direkt- und im Bogenschuss verschossen werden. An der Zweibeinstütze befindet sich eine Skala, welche mittels befestigter Schnur und Gewicht (Schweizer Soldatenmesser) die Schussdistanz angab.
Die maximale Schussweite für Gewehrgranaten betrug im Flachschuss ca. 250m und im Bogenschoss bis ca. 400m.
 
Weitere Ausführungen des Assault Rifle 57 waren Waffen mit Zielfernrohrschienen (Waffennummern 555'501 bis 595'500). Darauf konnten Zielfernrohre oder ein Infrarot-Zielgerät montiert werden. Assault Rifle 57 mit Zielfernrohrschienen waren Korpsmaterial, d.h. die Waffen waren nicht wie das normale Assault Rifle 57 im persönlichen Besitz des Soldaten, sondern wurden jeweils im Zeughaus eingelagert.
Für die Durchführung der jährlichen Jungschützenkurse wurden Gewehre mit Zielfernrohrschiene leihweise an die Schützenvereine abgegeben.
 
Die für die Jungschützenkurse abgegebenen Assault Rifle 57 entsprachen der vollautomatischen Armeeversion mit Zielfernrohrschiene.
 
Vom Assault Rifle 57 wurden ca. 740'000 Stück an die Schweizer Armee geliefert. Seit 1. Januar 1991 wurden 165'702 Stück von den Wehrmännern als Eigentum übernommen (Stand Januar 2014).
 
Vor 1991 erhielten die mit dem Assault Rifle 57 ausgerüsteten Wehrmänner bei der Ausmusterung einen Modell 1931 Carbine als Eigentum. Die Assault Rifle 57 wurden zurückgenommen, generalüberholt und dann wieder an Rekruten ausgegeben. Einmal generalüberholte Gewehre wurden mit "A" auf dem Systemgehäuse markiert, das zweite Mal überholte Gewehre mit "B".
Die restlichen Sturmgewehre 57 wurden in die Kriegsreserve aufgenommen und/oder verschrottet. Mit Stand 2015 sind keine Sturmgewehre 57 mehr in (offizieller) Reserve, d.h. alle wurden verschrottet.
Stgw
 
 

Bayonets (Top):

Bajonett Mod. 1957
 
 

Market monitoring (Top):

869 entries