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Eine "rote" Pistole mit schrecklichem Hintergrund (Erstellt: 30.11.2024)

Die Vorgeschichte

Die Schweizer Armee hat mit der Pistole 1900 eine Parabellumpistole aus der Produktion von DWM (Deutsche Waffen und Munitionsfabriken) eingeführt. 1906 wurde ein verbessertes Modell, ebenfalls aus der Produktion der DWM, als Pistole 1900/06 DWM eingeführt.
Infolge des ersten Weltkriegs konnte und wollte Deutschland keine Pistolen mehr an die Schweiz liefern und so hat die Schweiz begonnen, die Pistole 1900/06 DWM auf eigenen Maschinen herzustellen, was zur Pistole 1900/06 W+F (Pistole 06/24) geführt hat. 06/24 wird die Waffe wohl eher irrtümlich genannt, da die Produktion in der Schweiz bereits 1918 gestartet haben soll.
Bald stellten die Schweizer fest, dass die Herstellung der Parabellumpistolen sehr aufwändig war. So begann man, das Modell zu vereinfachen, was in der Pistole 06/29 mündete. Die Herstellungskosten konnten von damals CHF 225.- auf CHF 160.- gesenkt werden.
 
Die Pistole 06/29 wurde in zwei Versionen hergestellt: der Armeeversion und einer sogenannten Privatversion. Aufgerundet verliessen 28'000 Armeeversionen und 2'000 Privatversionen die Hallen der Waffenfabrik Bern.
 
Zu Beginn, also von 1933 bis ca. 1939, hatte die Pistole 06/29 rote Griffschalen und rote Magazinböden aus Canevasit. Es ist davon auszugehen, dass 7'000 Armeeversionen und 150 Privatversionen die roten Griffschalen und Magazinböden hatten. Der Wechsel bei der Armeeversion hat um die Seriennummer 57000 (= 1939) stattgefunden, was durch Beobachtungen auf dem Markt belegbar ist. Gemäss Dokumenten der Waffenfabrik Bern wurden bis Ende 1939 lediglich 150 private Pistole 06/29 ausgeliefert, was zum Schluss führt, dass "nur" 150 Stück mit roten Canevasit-Griffschalen und Magazinböden ausgeliefert wurden.
 
Somit wurden ca. 7'150 Pistole 06/29 (Armee und Privat) mit roten Griffschalen und roten Magazinböden hergestellt.
 

Canevasit, die 1.

Canevasit war ein Material, welches sich sehr schnell als sehr brüchig erwiesen hat. Griffschalen brachen oder es gab Abbrüche von Stücken (Bild, Bild, Bild). Bei der Montage und Demontage der Griffschalen, beim Schiessen und bei der Handhabung entstanden Schäden. Die Armee und die Waffenfabrik erkannten das Problem und führten braune (und später schwarze) Griffschalen aus Bakelit ein. Diese erwiesen sich als stabil, dauerhaft und praktikabel. Rote Griffschalen und auch rote Magazinböden wurden präventiv und (selbstverständlich) bei Schäden durch die Zeughäuser ausgetauscht.
 
Das gleiche Problem mit den roten Griffschalen ist auch beim Armeerevolver 29 der Armee zu beobachten (Bild); die Griffschalen am Armeerevolver 29 sind nicht so filigran wie an der Pistole 06/29, doch auch beim Armeerevolver 29 wurden viele rote Griffe ausgewechselt oder sind heute noch defekt. Nur die ersten Armeerevolver 29 hatten rote Griffschalen, danach wurden, wie bei der Pistole 06/29, braune und dann schwarze Griffschalen verbaut.
 
Dies zur Vorgeschichte.
 

Der Mordfall

Nun gab es am 5. September 2012 einen vierfachen Mord sowie zwei verletzte Personen in Chevaline Frankreich, welcher bis dato ungelöst ist. Gemäss Zeitungsberichten (2) (3) und Wikipedia (1) soll bei diesem Mordfall (siehe Links unten) eine Pistole 06/29 der Schweiz (es steht hier in diesem Beitrag bewusst nicht "der Schweizer Armee"!) zum Einsatz gekommen sein. Dies ist durch die Projektile und möglicherweise Patronenhülsen sehr schnell forensisch nachweisbar. Das wären dann grosso-modo 30'000 Pistolen, nämlich 28'000 Armeepistolen und 2'000 Privatpistolen), welche verdächtig sind.
Gemäss Zeitungsbericht (Le Matin, (2)) geht man aber "nur" von 3'000 in Frage kommenden Pistolen aus. 20 Minutes (3) schreibt, dass nur Pistolen aus dem Jahr 1935 (d.h. knapp 1'000 Stück) in Frage kommen. In den Berichten wird erwähnt, dass man "ein chemisches Element" am Tatort vorgefunden hat, welches nur bei den ersten Pistolen zum Einsatz kam.
Ein Zeitungsbericht des "Blick" (4) ergibt, dass die Täterschaft mit der Waffe einem Opfer auf den Kopf geschlagen hat, weil die Munition zu Ende war. Dabei sollen "Waffenteile" abgesplittert sein. Wohl Canevasit. Im selben Bericht ist noch von einer Pistole 1900/06 DWM (oder Pistole 1900/06 W+F (Pistole 06/24)) die Rede, was jedoch auf journalistische Versäumnisse oder ermittlungstechnische Taktik zurückzuführen ist.
 

Canevasit, die 2.

Bei dem oben erwähnten "chemischen Element" kann es sich nur um Canevasit handeln!
 

Eine Pistole 06/29!

Vermutlich wurde beim Mord eine Pistole 06/29 mit Canevasit Griffschalen verwendet und im Geschehnis ist ein Stück der Griffschale abgebrochen und liegengeblieben. Die Waffe selbst ist bis heute nicht auffindbar, sonst müsste man sich die oben beschriebenen Fragen nicht stellen.
Wurde nun tatsächlich ein Stück Canevasit gefunden, so kommen sämtliche Pistole 06/29, welche bis und mit 1939 hergestellt wurden, in Frage. Das wären dann 7'150 Stück. Vielleicht gab es auch Besitzer von Pistole 06/29, welche ihre Waffe aus ästhetischen Gründen nachträglich mit roten Griffschalen ausgerüstet haben. Einzelne solche Fälle sind dem Autor bekannt, aber diese dürften in Sammlerkreisen in kleinster Anzahl erfolgt sein.
 

Die Pistole 06/29 aus dem Mordfall

Stellen wir uns doch noch zuerst die Frage, wie eine Schweizer Pistole nach Frankreich kommt. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, ein paar wahrscheinliche Varianten zähle ich kurz auf:
- Die Waffe wurde bei einem Einbruch gestohlen, nach Frankreich verbracht, wo sie dann zur Täterschaft gelangt ist.
- Die Waffe stammt aus einer Haus-/Wohnungsräumung, wurde von der Firma anhand genommen und dann nach Frankreich verbracht, wo sie zur Täterschaft gelangt ist.
- Die Waffe wurde zur Zeit, als es in der Schweiz noch keine griffige gesetzliche Regelung bezüglich Waffenerwerb gab, rechtmässig gekauft (mit oder ohne Vertrag) und gelangte dann nach Frankreich und zur Täterschaft.
- Etc. etc. etc.
 

"Cold Case"

Die französische Polizei rollte den "Cold Case" nun neu auf. Ermittlungen gehen scheinbar auch in Richtung Herkunft und/oder Verbleib der in Frage kommenden Tatwaffe, d.h. der fraglichen Pistole 06/29.
 

Viele "rote" Pistolen

Ich wage zu bezweifeln, dass das Herstellungsjahr auf 1935 eingegrenzt werden kann. Vielmehr gehe ich davon aus, dass alle Pistole 06/29 mit Canevasit Griffschalen (d.h. bis 1939) potenziell geprüft werden müssten. Es handelt sich nach meinem Wissensstand gemäss Literatur somit um 7'000 Armeeversionen und 150 Privatversionen der Pistole 06/29.
 

Wo ist die Tatwaffe?

Der Mord war geplant und ist mit vier toten und zwei verletzten Menschen alles andere als ein Bagatellverbrechen. Die Täterschaft wird wohl professionell vorgegangen sein, wobei die Wahl der Tatwaffe da Zweifel aufkommen lässt. Mit einer 80-jährigen Waffe mit ungebräuchlicher Munition ein Verbrechen zu begehen, ist leicht bis mittelmässig doof. Trotzdem muss davon ausgegangen werden, dass die Täterschaft die Waffe nach dem Verbrechen für immer und ewig vernichtet hat bzw. hat verschwinden lassen. Diese danach wegen 600 bis 800 Franken auf den Sammlermarkt zu werfen, birgt massive Gefahren für die Täterschaft in sich.
Die Idee, dass eine mutmasslich illegal nach Frankreich verbrachte und in einem Mehrfachmordfall verwendete Waffe danach wieder illegal in die Schweiz verbracht und dort verkauft wird, erachte ich als absolut absurd.
 

Waffensammler und die Pistole 06/29

Waffensammler haben einen unterschiedlichen Umgang mit defekten Waffen bzw. defekten Teilen von Waffen. Manche lassen die Waffen im Ursprungszustand, die meisten werden jedoch, falls möglich, die defekten Teile durch originale Ersatzteile ersetzen wollen.
Der Ersatz der Griffschalen an der Pistole 06/29 und am Armeerevolver 29 sowie rote Magazine zur Pistole 06/29 sind jedoch sehr teuer. Dies, weil diese Teile sehr oft defekt sind und daher eine sehr hohe Nachfrage bei Sammlern besteht. Griffschalen für die Pistole 06/29 werden intakt für zwischen CHF 200.- bis CHF 400.- gehandelt (z.B. hier: Canevasit-Griffschalen und Reservemagazi…), sofern sie überhaupt erhältlich sind. Rote Magazine zur Pistole 06/29 können schnell zwischen CHF 200.- bis CHF 300.- kosten (z.B. hier: SCHWEIZER ORDONNANZ Parabellum Magazin,…).
Das Schiessen mit der Pistole 06/29 mit roten Canevasit-Griffschalen sollte unbedingt unterlassen werden, da durch die einwirkenden Kräfte die Griffschalen Schaden nehmen können. Bei der Demontage und Montage der Griffschalen ist mit grösster Vorsicht vorzugehen. Es ist empfohlen, für das Schiessen ein paar braune oder schwarze Bakelit-Griffschalen auf der Seite zu haben oder aber die Pistole lediglich für Sammelzwecke zu nutzen. Zum Schiessen kauft man sich am besten eine zweite (oder dritte oder vierte) Pistole 06/29 der späteren Serien...
 

Quellen:

(1) https://fr.wikipedia.org/wiki/Tuerie_de_Chevaline
(2) https://www.lematin.ch/story/tuerie-de-chevaline-la-piste-du-pistolet-suisse-relancee-499942881507
(3) https://www.20min.ch/fr/story/haute-savoie-f-tuerie-de-chevaline-nouvelle-remise-en-situation-jeudi-103201102
(4) https://web.archive.org/web/20121101004515/http://www.blick.ch:80/news/ausland/war-saddams-geld-im-spiel-id2086506.html
 

Beispiele für Pistole 06/29 mit defekten Canevasit-Griffschalen

Hier ein paar weitere Beispiele aus Internetangeboten (von swisswaffen.com erfasste Inserate aus dem Jahr 2024):
55975: Sig P08 luger (Suisse): Rechte Griffschale unten ausgebrochen
56494: Pistole, W+F Bern, Parabellum, Mod. 06/2…: Riss im Magazinboden
54641: Pistole, W+F Bern, Parabellum, Mod. 06/2…: Linke Griffschale unten ausgebrochen
55275: Wf Bern 1929 Swiss Military - Z59324: Linke Griffschale oben ausgebrochen
55xxx: Pistolet W+F 06-29 (Rouge) s/n 55xxx: Linke Griffschale unten ausgebrochen
52167: W+F Parabellum 06-29 7.65P (1934): Linke Griffschalen unten leicht ausgebrochen
SELTENE original Schweizer - Rot Griffsc…: Nur defekte Griffschalen stehen zum Verkauf, linke Griffschale oben angerissen
 

Beispiele für Pistole 06/29 mit ausgetauschten Griffschalen

Hier ein paar weitere Beispiele aus Internetangeboten (von swisswaffen.com erfasste Inserate aus dem Jahr 2024):
54361: Pistolet Parabellum 1929 Occasion
52770: W+F Model Parabellum 06/29 7.65P (1935)
54179: SCHWEIZER ORDONNANZ Parabellum 1929 7,…
55786: Pistole, W+F Bern, Parabellum, Mod. 06/2…
55912: Pistole CH Parabellum 29 Kal. 7.65 Para
56758: SCHWEIZER ORDONNANZ Parabellum 1929 7,…
 

Beispiele für Private Pistole 06/29 Canevasit-Griffschalen

Hier ein paar weitere Beispiele aus Internetangeboten (von swisswaffen.com erfasste Inserate aus dem Jahr 2024):
25009: Waffenfabrik Bern (w+f Bern) 1929 Luger…
 


 

Une "pistolet rouge" avec un terrible passé


 

Les antécédents

L'armée suisse a introduit le pistolet Parabellum Pistole 1900 fabriqué par DWM (Deutsche Waffen und Munitionsfabriken). En 1906, un modèle amélioré, également produit par DWM, a été introduit sous le nom de Pistole 1900/06 DWM.
À la suite de la Première Guerre mondiale, l'Allemagne ne pouvait plus et ne voulait plus livrer de pistolets à la Suisse, qui a donc commencé à fabriquer le Pistole 1900/06 DWM sur ses propres machines, ce qui a conduit au Pistole 1900/06 W+F (Pistole 06/24). L'arme est probablement appelée 06/24 par erreur, car la production en Suisse aurait commencé dès 1918.
Les Suisses ont rapidement constaté que la fabrication des pistolets Parabellum était très complexe. Ils ont donc commencé à simplifier le modèle, ce qui a abouti au Pistole 06/29. Les coûts de production ont pu être réduits de 225 CHF à 160 CHF.
 
Le Pistole 06/29 a été fabriqué en deux versions: la version militaire et une version dite privée. Environ 28'000 versions militaires et 2'000 versions privées ont quitté les ateliers de la fabrique d'armes de Berne.
 
Au début, c'est-à-dire de 1933 à environ 1939, le Pistole 06/29 avait des plaquettes de poignée et des fonds de chargeur rouges en Canevasit. On estime que 7'000 versions militaires et 150 versions privées avaient ces plaquettes et fonds de chargeur rouges. Le changement pour la version militaire a eu lieu autour du numéro de série 57000 (= 1939), ce qui est vérifiable par des observations sur le marché. Selon les documents de la fabrique d'armes de Berne, seulement 150 Pistole 06/29 privées ont été livrées jusqu'à la fin de 1939, ce qui conduit à la conclusion que "seulement" 150 exemplaires ont été livrés avec des plaquettes et des fonds de chargeur en Canevasit rouge.
 
Ainsi, environ 7'150 Pistole 06/29 (militaires et privées) ont été fabriquées avec des plaquettes et des fonds de chargeur rouges.
 

Canevasit, la 1ère

Le Canevasit était un matériau qui s'est rapidement révélé très fragile. Les plaquettes de poignée se cassaient ou des morceaux se détachaient (Bild, Bild, Bild). Des dommages survenaient lors du montage et du démontage des plaquettes, lors du tir et de la manipulation. L'armée et la fabrique d'armes ont reconnu le problème et ont introduit des plaquettes en Bakélite brunes (et plus tard noires). Celles-ci se sont avérées stables, durables et pratiques. Les plaquettes et fonds de chargeur rouges ont été préventivement et (évidemment) en cas de dommages remplacés par les arsenaux.
 
Le même problème avec les plaquettes rouges est également observé sur le Armeerevolver 29 de l'armée (Bild); les plaquettes du Armeerevolver 29 ne sont pas aussi délicates que celles du Pistole 06/29, mais de nombreuses poignées rouges ont également été remplacées ou sont encore défectueuses aujourd'hui. Seuls les premiers Armeerevolver 29 avaient des plaquettes rouges, après quoi des plaquettes brunes puis noires ont été installées, comme pour le Pistole 06/29.
 
Ceci pour les antécédents.
 

Le cas de meurtre

Le 5 septembre 2012, il y a eu un quadruple meurtre et deux personnes blessées à Chevaline, en France, qui reste non résolu à ce jour. Selon des articles de journaux (2) (3) et Wikipedia (1), une Pistole 06/29 suisse (il est délibérément écrit ici "de la Suisse" et non "de l'armée suisse" !) aurait été utilisée dans ce meurtre (voir les liens ci-dessous). Cela peut être rapidement prouvé forensiquement par les projectiles et éventuellement les douilles. Cela représenterait environ 30 000 pistolets, soit 28 000 pistolets militaires et 2 000 pistolets privés, qui sont suspects.
Selon un article de journal (Le Matin, (2)), on ne considère que 3 000 pistolets potentiellement concernés. 20 Minutes (3) écrit que seuls les pistolets de l'année 1935 (soit environ 1 000 exemplaires) sont concernés. Les rapports mentionnent qu'un "élément chimique" a été trouvé sur les lieux du crime, qui n'a été utilisé que dans les premiers pistolets.
Un article de presse du "Blick" (4) révèle que l'auteur a frappé une victime à la tête avec son arme parce qu'il n'avait plus de munitions. Des "parties de l'arme" se seraient alors détachées. Probablement de la canevasite. Dans le même rapport, il est encore question d'une Pistole 1900/06 DWM (ou Pistole 1900/06 W+F (Pistole 06/24)), mais cela est dû à des omissions journalistiques ou à des tactiques d'enquête.
 

Canevasit, la 2ème

L'"élément chimique" mentionné ci-dessus ne peut être que le Canevasit !
 

Un Pistole 06/29 !

Il est probable qu'un Pistole 06/29 avec des plaquettes en Canevasit ait été utilisé lors du meurtre et qu'un morceau de la plaquette se soit cassé et soit resté sur place. L'arme elle-même n'a pas été retrouvée à ce jour, sinon on ne se poserait pas les questions décrites ci-dessus.
Si un morceau de Canevasit a effectivement été trouvé, tous les Pistole 06/29 fabriqués jusqu'en 1939 sont concernés. Cela représenterait 7'150 exemplaires. Il est possible que certains propriétaires de Pistole 06/29 aient équipé leur arme de plaquettes rouges pour des raisons esthétiques. L'auteur connaĆ®t quelques cas isolés, mais ceux-ci sont probablement très rares parmi les collectionneurs.
 

Le Pistole 06/29 du cas de meurtre

Posons-nous d'abord la question de savoir comment un pistolet suisse est arrivé en France. Il existe de nombreuses possibilités, en voici quelques-unes :
- L'arme a été volée lors d'un cambriolage, transportée en France, où elle est ensuite parvenue aux auteurs du crime.
- L'arme provient d'un débarras de maison/appartement, a été prise en charge par l'entreprise et ensuite transportée en France, où elle est parvenue aux auteurs du crime.
- L'arme a été achetée légalement (avec ou sans contrat) à une époque où la Suisse n'avait pas encore de réglementation stricte sur l'acquisition d'armes, puis est arrivée en France et aux auteurs du crime.
- Etc. etc. etc.
 

"Cold Case"

La police française a rouvert le "Cold Case". Les enquêtes semblent également se diriger vers l'origine et/ou la localisation de l'arme du crime en question, c'est-à-dire le Pistole 06/29 en question.
 

Beaucoup de pistolets "rouges"

Je doute que l'année de fabrication puisse être limitée à 1935. Je pense plutôt que tous les Pistole 06/29 avec des plaquettes en Canevasit (c'est-à-dire jusqu'en 1939) devraient potentiellement être examinés. Selon mes connaissances et la littérature, il s'agit donc de 7'000 versions militaires et 150 versions privées du Pistole 06/29.
 

Où est l'arme du crime ?

Le meurtre était planifié et avec quatre morts et deux blessés, ce n'est en aucun cas un crime mineur. Les auteurs ont probablement agi de manière professionnelle, bien que le choix de l'arme du crime laisse des doutes. Commettre un crime avec une arme de 80 ans utilisant des munitions inhabituelles est légèrement à moyennement stupide. Néanmoins, il faut supposer que les auteurs ont détruit ou fait disparaĆ®tre l'arme après le crime pour toujours. La mettre ensuite sur le marché des collectionneurs pour 600 à 800 francs comporte des risques énormes pour les auteurs.
L'idée qu'une arme introduite illégalement en France et utilisée dans un cas de meurtre multiple soit ensuite ramenée illégalement en Suisse et vendue là-bas me semble absolument absurde.
 

Collectionneurs d'armes et le Pistole 06/29

Les collectionneurs d'armes ont des approches différentes face aux armes ou pièces d'armes défectueuses. Certains laissent les armes dans leur état d'origine, mais la plupart voudront, si possible, remplacer les pièces défectueuses par des pièces de rechange d'origine.
Le remplacement des plaquettes de poignée sur le Pistole 06/29 et le Armeerevolver 29 ainsi que des chargeurs rouges pour le Pistole 06/29 est cependant très coûteux. Cela est dû au fait que ces pièces sont souvent défectueuses et donc très demandées par les collectionneurs. Les plaquettes de poignée pour le Pistole 06/29 intactes se vendent entre 200 CHF et 400 CHF (par exemple ici : Canevasit-Griffschalen und Reservemagazi…), si elles sont disponibles. Les chargeurs rouges pour le Pistole 06/29 peuvent coûter entre 200 CHF et 300 CHF (par exemple ici : SCHWEIZER ORDONNANZ Parabellum Magazin,…).
Il est fortement déconseillé de tirer avec le Pistole 06/29 équipé de plaquettes en Canevasit rouge, car les forces exercées peuvent endommager les plaquettes. Lors du montage et du démontage des plaquettes, il faut faire preuve de la plus grande prudence. Il est recommandé d'avoir des plaquettes en Bakélite brunes ou noires pour le tir ou d'utiliser le pistolet uniquement à des fins de collection. Pour tirer, il est préférable d'acheter un deuxième (ou troisième ou quatrième) Pistole 06/29 des séries ultérieures...
 

Sources:

(1) https://fr.wikipedia.org/wiki/Tuerie_de_Chevaline
(2) https://www.lematin.ch/story/tuerie-de-chevaline-la-piste-du-pistolet-suisse-relancee-499942881507
(3) https://www.20min.ch/fr/story/haute-savoie-f-tuerie-de-chevaline-nouvelle-remise-en-situation-jeudi-103201102
(4) https://web.archive.org/web/20121101004515/http://www.blick.ch:80/news/ausland/war-saddams-geld-im-spiel-id2086506.html
 

Exemples de Pistole 06/29 avec plaquettes en Canevasit défectueuses

Voici quelques exemples supplémentaires provenant d'annonces sur Internet (annonces enregistrées par swisswaffen.com en 2024) :
55975 : Sig P08 luger (Suisse) : Plaquette droite cassée en bas
56494 : Pistole, W+F Bern, Parabellum, Mod. 06/2… : Fissure dans le fond du chargeur
54641 : Pistole, W+F Bern, Parabellum, Mod. 06/2… : Plaquette gauche cassée en bas
55275 : Wf Bern 1929 Swiss Military - Z59324 : Plaquette gauche cassée en haut
55xxx : Pistolet W+F 06-29 (Rouge) s/n 55xxx : Plaquette gauche cassée en bas
52167 : W+F Parabellum 06-29 7.65P (1934) : Plaquette gauche légèrement cassée en bas
SELTENE original Schweizer - Rot Griffsc… : Seules des plaquettes défectueuses sont en vente, plaquette gauche fissurée en haut
 

Exemples de Pistole 06/29 avec plaquettes remplacées

Voici quelques exemples supplémentaires provenant d'annonces sur Internet (annonces enregistrées par swisswaffen.com en 2024) :
54361 : Pistolet Parabellum 1929 Occasion
52770 : W+F Model Parabellum 06/29 7.65P (1935)
54179 : SCHWEIZER ORDONNANZ Parabellum 1929 7,…
55786 : Pistole, W+F Bern, Parabellum, Mod. 06/2…
55912 : Pistole CH Parabellum 29 Kal. 7.65 Para
56758 : SCHWEIZER ORDONNANZ Parabellum 1929 7,…
 

Exemples de plaquettes en Canevasit privées pour Pistole 06/29

Voici quelques exemples supplémentaires provenant d'annonces sur Internet (annonces enregistrées par swisswaffen.com en 2024) :
25009 : Waffenfabrik Bern (w+f Bern) 1929 Luger… 
 
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